Archiv der Kategorie: Tiere

Zirkustiere: Klöckner öffnet die Büchse der Pandora

Kirchheimbolanden (ots) Das BMEL hat unter der Leitung von Ministerin Klöckner einen Verordnungsentwurf vorgelegt, nach dem zahlreiche Arten sog. Wildtiere verboten werden sollen. Damit folgt das Ministerium den Forderungen der Tierrechtler, die das Konzept der Tierhaltung prinzipiell ablehnen und eine tierhaltungsfreie Gesellschaft anstreben.

Tierlehrer Erwin Frankello im Heilbronner Weihnachtscircus (Dezember 2014) / Quellenangabe: „obs/Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“/Dirk Candidus“

Ob sich die Ministerin darüber im Klaren ist, dass sie mit der neuen Verordnung die hoch umstrittene Ideologie der Tierrechtler salonfähig macht und so den Startschuss für eine unheilvolle Entwicklung gibt? Der Zirkus ist nur das erste Opfer der Tierrechtsindustrie. Er wurde von den Tierrechtssektierern für diese Rolle ausgewählt, weil sie ihn für einen Gegner halten, der wegen des Fehlens einer schlagkräftigen Lobby leicht besiegt werden kann. Ihr Kalkül: Wenn der Zirkus gefallen ist, lassen sich auch der Zoo, der Reitsport, der Hundesport, Terrarien und Aquarien in privater Hand und andere Möglichkeiten der Tier-Mensch-Begegnung auf Dauer nicht mehr halten. Mit der Zerstörung des Zirkus hat die Ministerin die Büchse der Pandora geöffnet.

Die Verordnung ist denkbar schlecht gemacht, liefert als Begründung nur die alten, längst widerlegten Vorurteile und ist angereichert mit fragwürdigen Unterstellungen. Die Quellen sind nach unsachlichen Kriterien einseitig ausgewählt. Aus der seltsamerweise frei einsehbaren E-Mail-Verteilerliste kann man entnehmen, dass das Ministerium den Verordnungsentwurf auch an Tierrechtsorganisationen mit zweifelhaftem Ruf verschickt hat. Dies passt zu der oben geäußerten Vermutung, dass diese beim Erstellen des Verordnungstextes federführend waren. Da Tierrechtler schon häufig durch fachliche Inkompetenz aufgefallen sind, lassen sich so auch die zahlreichen Fehler in der Verordnung leicht erklären (Links Nr. 1-2).

Besonders empörend ist die Bemerkung, dass man mit einem Verbot von Löwen und Tigern noch warten wolle, bis Rechtssicherheit bestehe. Offensichtlich müssen die Gutachten, die das gewünschte Ergebnis liefern sollen, erst noch angefertigt werden. Das hat mehr als ein „Geschmäckle“.

Der Verordnungsentwurf steht im Widerspruch zur Wissenschaft, deren eindeutige Tendenz folgendermaßen lautet: Zirkus braucht Regeln, aber keine Verbote (Link Nr. 3). Das deutsche Tierschutzgesetz und die Zirkusleitlinien bilden ein solches Regelwerk, das europaweit als vorbildlich gilt. Zurzeit arbeiten die Tierlehrer an einer Fortentwicklung dieser Leitlinien in Form einer Selbstverpflichtung. Kein Wunder, dass der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem Gutachten aus dem Jahr 2015 feststellt, dass es in deutschen Zirkusbetrieben keine systemimmanente Tierquälerei von Wildtieren gibt ( Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags (24. 09. 2015): Sachstand „Wildtierhaltung im Zirkus“, Aktenzeichen: WD 5 – 3000 – 123/25 ).

Der Verbotsentwurf von Frau Klöckner, der übrigens in einem klaren Widerspruch zu ihren bisherigen Statements steht (Link Nr. 4), dürfte vor Gericht kaum Bestand haben. Dennoch wird der Image-Schaden für die Zirkusbetriebe gewaltig sein.

Geschrieben von: Dirk Candidus

Anhänge:

Link Nr. 1: Die „Fantasietitel“ der Tierrechtsindustrie

Link Nr. 2: Was dabei herauskommt, wenn sich das BMEL von Tierrechtlern beraten lässt

Link Nr. 3: Kapitel „Forschung“ auf der Homepage des Aktionsbündnisses „Tiere gehören zum Circus“

http://www.tiere-gehoeren-zum-circus.de/forschung.htm

Link Nr. 4: Pressemeldung: Zirkustiere: Klöckner vertößt gegen ihre eigenen Grundsätze

Homepage: http://www.tiere-gehoeren-zum-circus.de
Facebook: https://www.facebook.com/AktionsbuendnisCircustiere
Instagram: https://www.instagram.com/tiere_gehoeren_zum_circus/?hl=de
Videoblog:
https://www.youtube.com/channel/UC1iV6yEcPHVzi5SJt7CzFkg?app=desktop
Email: presse@tiere-gehoeren-zum-circus.de

Buchneuerscheinung: Vögel im Harz

Harzer Vogelwelt – Artenreichtum eines kleinen Gebirges

Harzbücher gibt es viele, aber solche über die Harzer Vogelwelt eher weniger. „Vögel im Harz“ – so der Titel eines neuen Buchs, das Egbert Günther und Dr. Bernd Nicolai geschrieben und das beim Verlag Natur+Text in Rangsdorf bei Berlin erschienen ist.

Der Harz weist trotz seiner geringen Größe im Vergleich mit anderen Mittelgebirgen einen ungewöhnlich hohen Artenreichtum an Vögeln auf, so stellen die Autoren fest. Das Buch wird eingeleitet mit der Vorstellung der wichtigsten Vogellebensräume im Harz – den Wäldern, den Gewässern und den Bergwiesen, wofür die Autoren Dr. Peter Meyer von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Detlef Cöster vom Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalts und Sylvia Lehnert von der Naturschutzbehörde des Landkreises Harz gewinnen konnten. Das Vorwort schrieb Dr. Wolfgang Scherzinger, ehemals wissenschaftlicher Leiter im Nationalpark Bayerischer Wald und bekannt für viele Publikationen über Raufußfühner, Spechte und Eulen sowie zur Waldökologie.

Die teils großformatigen Vogelfotos lieferten Hermann Schütte aus Magdeburg, dessen Schatz aus 30 Jahren Vogelfotografie die Autoren bergen konnten, sowie der bekannte Tierfilmer Uwe Anders, dessen neuester Film über den Harz aktuell im Fernsehen lief, aber auch andere namhafte Fotografinnen und Fotografen. Die Landschaftsaufnahmen stellte überwiegend Gottfried Bürger aus Thale zur Verfügung. Gemalte Vögel von Hans Christoph Kappel und Christopher Schmidt sowie Werke der bekannten Harzmaler Pascha Weitsch und Herrmann Schnee runden das Buch ab.

Eine Attraktion im Harz, auch für Vögel, ist die von Natur aus unbewaldete Brockenkuppe. Dieser hochalpine Lebensraum zieht immer wieder einige Hochgebirgsarten an. Seit vielen Jahren brütet die Ringdrossel mit etwa 10 Paaren auf dem Höchsten im Norden, völlig isoliert von ihren Brutgebieten in den Gebirgen im südlichen Europa und in Skandinavien. Regelmäßig erscheint die Alpenbraunelle, ihre Ansiedlung wird mit Spannung erwartet, sowie seltener der Schneefink. Selbst die monotonen Fichtenwälder, die im Harz an den meisten Standorten nicht hingehören und wohl auch deshalb gegenwärtig flächenhaft absterben, weisen einige ornithologische Leckerbissen auf, so Raufußkauz, Sperlingskauz und Tannenhäher, die erst mit der Fichte eingewandert sind. Andere waren trotz aufwendiger Aussetzungen nicht mehr zu retten, wie Auer- und Haselhuhn. Aber es gibt auch Positives zu vermelden, denn mit Schwarzstorch, Uhu, Wanderfalke und Kolkrabe sind dank eines besseren Schutzes wieder Vogelarten im Harz zu sehen, die einst völlig verschwunden waren.

Was angesichts der Berichte in den Medien über die absterbenden Fichtenwälder etwas ins Abseits gerückt ist: der Harz ist auch ein Laubwald! Es war deshalb ein besonderes Anliegen der Autoren, auf die schönen Buchen- und Eichenwälder speziell im Ostharz hinzuweisen. Mit Grau- und Mittelspecht sind in ihnen zwei Laubwaldspezialisten beheimatet, die nach europäischem Naturschutzrecht geschützt sind und für die wir eine besondere Verantwortung haben. Nicht zu vergessen die in alten Eichen brütenden Mauersegler im Bode- und Selketal, die ein Alleinstellungsmerkmal für den Harz sind, und zu Recht als Urwaldrelikte gelten. Insgesamt sind über 80 Vogelarten im Text erwähnt, etwa 55 werden näher abgehandelt. Wissenswertes und kleine Geschichten sind nicht nur den Texten zu entnehmen, sondern auch Infokästen im Text.

Diesen Fundus an Wissen über die Vogelwelt des Harzes haben viele Fachleute aus Ost und West über Jahre zusammengetragen, nachzulesen in einem mehrseitigen Quellenverzeichnis. Das Buch ist daher auch als eine Würdigung der Tätigkeit der begeisterten Vogelkenner des Harzes zu verstehen. Das alles und mehr ist auf 156 Seiten in dem ansprechend gestalteten Buch aufgeschrieben.

Wo erhältlich?

Das neue Buch hat die ISBN 978-3-942062-49-7 und ist zu beziehen im Buchhandel oder über Natur+Text GmbH, Friedensallee 21, 15834 Rangsdorf, Tel. 033708 20431, Fax 033708 20433, E-Mail: shop@naturundtext.de, www.naturundtext.de/shop

https://www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/2020/2020_11_18_Buchneuerscheinung_Voegel-im-Harz%20/

Nationalpark-Kalender 2021 ist erschienen

Einnahmen unterstützen das Harzer Luchsprojekt

Auch für das Jahr 2021 gibt es wieder den schon vielfach nachgefragten Nationalpark-Kalender. Bereits zum elften Mal erscheint der Kalender. 2021 zeigt er Fotos aus dem Fotowettbewerb HarzNATUR der letzten Jahre.

Der Erlös aus dem Verkauf der Kalender kommt auch in diesem Jahr wieder dem Harzer Luchsprojekt zugute. In jedem Jahr wird der Nationalparkkalender von der Jungfer Druckerei und Verlag GmbH und der silverLynx Media GmbH  aus Herzberg  zur Verfügung gestellt  und von der  Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. verkauft.

Der Kalender im Format 48 x 35 cm erscheint in einer limitierten Auflage von 1.000 Exemplaren. Zum Preis von 14,95 € ist er in allen Verkaufsstellen des Nationalparks und in zahlreichen Buchhandlungen der Region erhältlich. Private Bestellungen zum Ladenpreis sind beim Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus unter post@torfhaus.info oder Telefon 05320/33179-0 möglich. Aufgrund der Maßnahmen gegen das Corona-Virus können die Ladenöffnungszeiten von der Norm abweichen. Bitte informieren Sie sich entsprechend. Sollten Sie größere Mengen des Kalenders benötigen, wenden Sie sich bitte direkt an das Luchsprojekt: 05582/9189-34 (luchsprojekt-harz@posteo.de). 

Fotowettbewerb „HarzNATUR 2021″

Im Rahmen unseres alle zwei Jahre stattfindenden Fotowettbewerbs HarzNATUR suchen wir auch 2021 wieder Ihre schönsten Natur-Fotos aus dem Nationalpark Harz, um sie in einer viel beachteten Ausstellung sowie in unserem jährlichen Nationalpark-Fotokalender zu präsentieren.

Die Ausschreibungsunterlagen für den Fotowettbewerb „HarzNATUR 2021″ werden voraussichtlich Anfang Dezember veröffentlicht.

https://www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/2020/2020_11_3_HarzNATUR2021/

Luchsmonitoring in Niedersachsen

Neue Datenbank und Smartphone-App zum Luchsmonitoring verfügbar

Im Jahr 2000 starteten das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium, das Niedersächsische Umweltministerium, die Nationalparkverwaltung Harz und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) das Luchsprojekt Harz.

Seit dem Start des Luchsprojektes Harz im Jahre 2000 führt der Nationalpark Harz ein wissenschaftliches Luchs-Monitoring durch. (Foto: Ole Anders)
 

Seither führt der Nationalpark Harz ein wissenschaftliches Luchs-Monitoring mit verschiedenen Methoden durch, um belastbare Daten über den Status und die Entwicklung der Luchse zu erhalten. Um Hinweise auf Luchse zukünftig noch einfacher in das offizielle Monitoring melden zu können, gibt es nunmehr eine Luchs-Onlinedatenbank sowie eine kostenfreie Smartphone-App für iOS und Android Betriebssysteme. Auf beiden Wegen kann nun jeder, der einen Luchs gesehen hat, eine Meldung abgeben.

Die Smartphone-App „Luchs-App“ ist dabei direkt mit der online-Datenbank des Nationalparks verbunden: „Die Meldungen von Luchsbeobachtungen sind für unsere Arbeit enorm wichtig“, so Ole Anders, Koordinator des Luchsprojektes Harz. „Alle wesentlichen Informationen können nun direkt in das Online-Meldeportal oder die App eingegeben und abgeschickt werden. Das erleichtert die Dokumentation und das Archivieren der eingehenden Hin- und Nachweise enorm“, so Anders weiter. Die Basis der beiden Erfassungsmodule bilden die von der Landesjägerschaft Niedersachsen bereits im vergangenen Jahr entwickelte Wolfs-Datenbank sowie die Wolfsmonitoring-App: „Luchsnachweise gibt es längst nicht mehr nur im Harz sondern auch in anderen Regionen Niedersachsens, insofern ist ein breit aufgestelltes Monitoring wichtig“, so Ernst-Dieter Meinecke, Stellv. Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, die als Antragssteller für die Entwicklung beider Projekte firmierte.

Seit dem Start des Projektes im Jahr 2000 sind bis zum Jahr 2006 insgesamt 24 Luchse ausgewildert worden. Seither entwickelt sich die Population eigenständig. Die Nationalparkverwaltung Harz ist für das Monitoring der Luchse zuständig und führt dies in enger Zusammenarbeit mit den Jägern vor Ort durch. Alle ehrenamtlichen Luchsbeauftragten sind Jäger, die ihre große Erfahrung und fachliche Expertise bei der Erfassung von Wildtieren in das Monitoringprogramm einbringen. Weitere Informationen zum Luchs und zum Luchsmonitoring: www.luchsprojekt-harz.de/