PERI druckt erstes Mehrfamilienhaus Deutschlands

Weißenhorn/Wallenhausen (ots) 5-Familienhaus mit 3 Stockwerken und ca. 380 qm Wohnfläche entsteht mit einem 3D-Betondrucker – Größtes gedrucktes Mehrfamilienhaus Europas zeigt: 3D-Betondruck auch für den Bau großer Wohneinheiten geeignet

PERI 3D-Betondruck: Für 1m² doppelschalige Wand benötigt der 3D-Betondrucker rund 5 Minuten. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/148449 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: „obs/PERI GmbH“

Die PERI GmbH druckt im bayerischen Wallenhausen erneut ein Wohnhaus mit einem 3D-Betondrucker. Nachdem das Familienunternehmen Ende September 2020 den Druck des ersten Wohnhauses in Deutschland im westfälischen Beckum bekannt gab, entsteht nun bereits das nächste Haus mit Hilfe eines 3D-Betondruckers.

PERI 3D-Betondruck: Der Druckkopf bewegt sich über drei Achsen und kann sich in seinem Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegenQuellenangabe: „obs/PERI GmbH“

Das 5-Familienhaus mit rund 380 qm Wohnfläche wird nach Fertigstellung das größte gedruckte Wohnhaus Europas sein. Insgesamt sind für das Projekt sechs Wochen Druckzeit veranschlagt.

„Mit dem Projekt in Wallenhausen macht das PERI 3D-Betondruck Team den nächsten wichtigen Schritt und PERI festigt seine Position als führendes Unternehmen im Bereich 3D-Betondruck“, so Thomas Imbacher, Geschäftsführer Marketing & Innovation der PERI Gruppe. „Mit dem Druck des ersten Mehrfamilienhauses in Deutschland treten wir den Beweis an, dass diese neue Bautechnologie auch für den Druck größerer Wohneinheiten geeignet ist. Damit eröffnen wir dem 3D-Betondruck weitere Anwendungsbereiche in neuen Größenordnungen.“

Bauherr für das Mehrfamilienhaus ist die Michael Rupp Bauunternehmung GmbH, die sich mit der neu gegründeten Tochter Rupp Gebäudedruck ab 2021 auf den 3D-Sektor spezialisieren wird. „Unser Familienunternehmen ist seit 25 Jahren erfolgreich in der Branche und hat viele zufriedene Kunden in der Region. Für den 3D-Betondruck bringen wir also einen großen Wissensvorsprung und jede Menge Erfahrung mit“, sagt Fabian Rupp, künftiger Geschäftsführer von Rupp Gebäudedruck. Sein Bruder Sebastian, ebenfalls künftiger Geschäftsführer im Familienbetrieb, ergänzt: „Gleichzeitig rechnen wir dieser neuen Technologie große Zukunftschancen aus, und wir wollen diese Zukunft mitgestalten. Bei aller Tradition unseres Handwerks sind wir eben auch innovativ und scheuen keine neuen Herausforderungen – im Gegenteil.“

Der planende Architekt ist das Architekturbüro Mühlich, Fink & Partner BDA aus Ulm. Das Material für die Herstellung des Druckbetons stammt von HeidelbergCement, die eingesetzte Mischtechnologie kommt von m-tec mathis technik gmbh. Bei der Erarbeitung der Genehmigung unterstützte das Ingenieurbüro Schießl Gehlen Sodeikat. Die Planung und Durchführung der entsprechenden Zulassungsprüfungen erfolgten durch das Centrum Baustoffe München der Technischen Universität München.

Das Wohnhaus in Wallenhausen ist voll unterkellert und wird nach Fertigstellung auf drei Stockwerken fünf Wohnungen mit rund 380 qm Wohnfläche bieten. Es handelt sich nicht um ein Forschungs- oder Demonstrationsprojekt, sondern die Wohnungen werden nach Fertigstellung regulär vermietet werden. Lediglich eine Wohnung wird weiterhin als Musterwohnung genutzt.

Beim Druck in Wallenhausen setzt PERI den Portaldrucker BOD2 ein. Bei dieser Technik bewegt sich der Druckkopf über 3 Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen. Der Vorteil: Der Drucker kann sich in seinem Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen und muss nur einmal kalibriert werden. Diese spart Zeit und Kosten.

Während des Druckvorganges berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser, Strom etc. Der BOD2 ist so zertifiziert, dass auch während des Druckvorgangs im Druckraum gearbeitet werden kann. Manuelle Arbeiten, wie z.B. das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen, können auf diese Weise einfach in den Druckprozess integriert werden.

Das für den Druck des Hauses in Wallenhausen eingesetzte Material „i.tech 3D“ wurde von HeidelbergCement speziell für den 3D-Druck entwickelt. „Die Eigenschaften von i.tech 3D sind angepasst auf die besonderen Anforderungen des 3D-Drucks mit Beton“, so Dr. Jennifer Scheydt, Leiterin Engineering & Innovation bei HeidelbergCement. „Unser Material ist gut pumpbar und gut extrudierbar und harmoniert sehr gut mit dem BOD2.“

Bedient wird der Drucker von zwei Personen. Der Druckkopf und die Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s ist der BOD2 aktuell der schnellste 3D-Betondrucker auf dem Markt. Für 1 m² doppelschalige Wand benötigt der BOD2 rund 5 Minuten.

Über PERI:

Mit einem Umsatz von EUR 1.685 Mio. im Jahr 2019 ist PERI international einer der größten Hersteller und Anbieter von Schalungs- und Gerüstsystemen. Das Familienunternehmen mit Stammsitz in Weißenhorn (Deutschland) bedient mit mehr als 9.500 Mitarbeitern, über 60 Tochtergesellschaften und deutlich mehr als 160 Lagerstandorten seine Kunden mit innovativen Systemgeräten und umfangreichen Serviceleistungen rund um die Schalungs- und Gerüsttechnik.

Web: peri.de

Frischzellenkur für den Schützenpanzer Marder

Koblenz (ots) Mit umfassenden Modernisierungen wird der bewährte Schützenpanzer Marder für die nächsten Jahre fit gemacht. Um die Fahrzeuge weiterhin auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten, wurden einige neue Ausrüstungsgegenstände beschafft.

Der Schützenpanzer Marder ist unter anderem bei der NATO-Mission Enhanced Forward Presence in Litauen im Einsatz. Quellenangabe: „obs/Presse- und Informationszentrum AIN/© 2019 Bundeswehr/PAO EF“

Als letzten Meilenstein eines groß angelegten Maßnahmenpaketes zur Nutzungsdauerverlängerung ist der Vertrag zur Beschaffung von 260 neuen, hochmodernen Wärmebildzielgeräten unter Dach und Fach. Bereits beschafft sind leistungsfähigere Antriebsstränge, Panzerabwehrwaffenanlagen, Fahrernachtsichtsysteme sowie Feuerwarn- und -löschanlagen.

Um die Ausfallzeiten der Fahrzeuge für die Truppe möglichst gering zu halten, werden die bestellten Geräte und Systeme in der Regel bei planmäßigen Instandsetzungsmaßnahmen ab Juni 2021 eingerüstet. Bei besonders wichtigen Aufträgen und Einsätzen, etwa im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung, finden gezielte und vorgezogene Umrüstungen statt.

Web: www.bundeswehr.de

BUND ruft zu gesellschaftlichem Aufbruch 2021 auf

Bundesdelegiertenversammlung für umfassenden sozialen und ökologischen Wandel – Wahljahr muss Weichen stellen

BUND ruft zu gesellschaftlichem Aufbruch 2021 auf – Bundesdelegiertenversammlung für umfassenden sozialen und ökologischen Wandel – Wahljahr muss Weichen stellen

Berlin. Wenige Wochen vor dem Start des Bundestagswahljahres hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei seiner Bundesdelegiertenversammlung eine umfassende sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft gefordert. In dem mit großer Mehrheit (93,6 Prozent der Stimmen) am Freitag beschlossenen Leitantrag „Gesellschaftlicher Aufbruch 2021 – Den ökologischen Umbau gerecht gestalten“ tritt der BUND für die Stärkung einer „Gemeinwirtschaft“ und einen “Rechtsrahmen für die Gesamtwirtschaft” ein, der „allen ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen ermöglicht”. Im Fokus der Art zu wirtschaften müsse der „Schutz von Klima, Biodiversität, Boden, Wasser und Luft“ stehen.

In seiner Eröffnungsrede kritisierte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt die Versuche von Teilen der Politik und der Wirtschaft in der Corona-Krise, „alte Strukturen zu retten, die nicht mehr zu retten sind“. Er verwies auf Milliardensubventionen für Konzerne und Infrastrukturmaßnahmen von gestern wie den Autobahnbau sowie ein von der Mehrwertsteuersenkung entfachtes „Strohfeuer für Konsum und fossile Strukturen“. Das erschwere den dringend notwendigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Eine Haltung, wonach die Wirtschaft wieder „brummen, aber grün schimmern“ solle, sei nicht die des BUND, der Investitionen in eine zukunftsfähige Wirtschaft, eine sozial-ökologische Gemeinwirtschaft und soziale Gerechtigkeit wolle, sagte Bandt.

Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit und den Übergang in eine Postwachstumsgesellschaft untermauerten die Delegierten am Samstag. Der entsprechende Antrag „Soziale Gerechtigkeit in der ökologischen Transformation“ wurde mit 95,2 Prozent der Stimmen angenommen. Wegen der Corona-Krise fand die Bundesdelegiertenversammlung 2020 mit 125 Delegierten digital statt.

„Klimakrise und Artenschwund, Krise des Gesundheitssystems und Pflegenotstand, Kinderarmut, erodierende Böden und prekäre Arbeitsbedingungen – diese Krisen werden wir nur meistern, wenn wir sie an ihrer gemeinsamen Wurzel packen und Alternativen schaffen, die den Übergang in eine Postwachstumsgesellschaft überstehen. Mit dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem geht das nicht. Wir brauchen soziale Gerechtigkeit in einer Wirtschaft, die nicht mehr vom Wachstum abhängig ist“, erklärte der BUND-Vorsitzende am Rande der Bundesdelegiertenversammlung.

Die Bundestagswahl 2021 ist ein entscheidender Zeitpunkt, um einen Aufbruch und den dringend notwendigen Wandel einzuleiten. Die Delegierten forderten öffentliche Investitionen in den Umbau der Infrastruktur und eine Stärkung von Ansätzen kooperativen Wirtschaftens, bei denen Menschen zu Handelnden in eigener Sache werden. Nur so können kreative Lösungen für ökologische oder soziale Probleme gefunden und Solidarität praktiziert werden. Beispielhaft sind aus Sicht des BUND Orte wie die Nachbarschaftshilfe, Projekte wie die Erneuerbaren Energien in der Hand von Bürgerinnen und Bürgern oder die solidarische Landwirtschaft. Aber auch kooperatives Wirtschaften als handlungsleitender Gedanke von Genossenschaften, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen als soziale Dienstleister für die Gesellschaft. Die Wirtschaft müsse ökologisch, sozial gerecht, demokratischer, stabiler und krisensicherer werden.

Bandt: „Der Versuch, die Situation vor der Krise wiederherzustellen, ist zum Scheitern verurteilt. Stattdessen sollten Unternehmen bei ihrer Neuausrichtung unterstützt werden und insbesondere große Unternehmen strenge ökologische Kriterien bei der Inanspruchnahme von staatlichen Hilfen erfüllen. Perspektivisch fordern wir neben der Beendigung von klima- und umweltschädlichen Subventionen ein grünes Investitionsprogramm für eine Energie-, Verkehrs- und Agrarwende.“ Besonderen Gestaltungsbedarf sieht der BUND gemäß seinem Leitantrag in den Bereichen Naturschutz, erneuerbare Energien, Landwirtschaft, Mobilität sowie Bauen und Wohnen.

Die ökologischen Krisen stellen die Menschheit vor große Herausforderungen: Die überfällige Umsetzung der Pariser Klimaziele, die Einhaltung der 1,5-Grad-Obergrenze, die Beendigung des Artensterbens und die Wiederherstellung von Lebensräumen sowie die Entgiftung der Umwelt und der Schutz der Gesundheit müssen höchste politische Priorität haben. Der dafür notwendige Strukturwandel wird massiv sein. Er wird den Ausstieg aus unökologischen Technologien, Produkten und Infrastrukturen umfassen. Er wird Gewinnerinnen und Gewinner, Verliererinnen und Verlierer haben und neue Chancen eröffnen. Angesichts solcher Umwälzungen betont der Verband, dass soziale Gerechtigkeit in der ökologischen Transformation mitgedacht werden muss.

Bandt: „Soziale Gerechtigkeit ist ein ethischer und moralischer Grundwert, aber mehr als ein Wert an sich. Eine gesicherte Lebensgrundlage ist auch Voraussetzung dafür, dass die Menschen mit den notwendigen Umbrüchen zurechtkommen. Wir wissen, dass eine ökologische Transformation dringend nötig ist. Wir wissen um die Gefahren, die ohne sie drohen. Wird eine weitreichende Transformation so gestaltet, dass Menschen sie nicht bloß akzeptieren, sondern in ihr auch eine Chance sehen, kann können wir gemeinsam dafür sorgen, dass sie gelingt!“

Der BUND will eine politische Kehrtwende hin zu einer Politik, in der jeder Beschluss unter „Nachhaltigkeitsvorbehalt“ steht, und nicht wie heute unter „Wachstumsvorbehalt“. Wirtschaft darf kein Selbstzweck sein. Sie muss ökologischen wie sozialen Zielen dienen.

Der BUND, der als größter Umwelt- und Naturschutzverband Deutschlands auch bisher schon soziale Ziele in seine ökologische Politik stets einbezogen hat, wird vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr und darüber hinaus seine Zusammenarbeit mit Organisationen verstärken, die sich schwerpunktmäßig für die soziale Dimension von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit einsetzen.

Web: www.bund.net