Nutri-Score: Nach Schaffung von Rechtssicherheit ist Anpassung an europäische Ernährungsempfehlungen der nächste Schritt

Berlin (ots) Mit Inkrafttreten der Ersten Verordnung zur Änderung der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung besteht nun die erforderliche Rechtsgrundlage für die Verwendung des Nutri-Score in Deutschland, sodass er von Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft auf freiwilliger Basis eingesetzt werden kann.

© Lebensmittelverband Deutschland/Sandra Ritschel / Philipp Hengstenberg, Präsident Lebensmittelverband Deutschland e. V.Quellenangabe: „obs/Lebensmittelverband Deutschland e.V./Sandra Ritschel“

„Es ist eine gute Sache, dass der Nutri-Score ab heute rechtssicher in Deutschland verwendet werden kann“, sagt Philipp Hengstenberg, Präsident Lebensmittelverbands, beim Auftakttermin mit Bundesministerin Julia Klöckner und dem Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, anlässlich der Einführung des Nutri-Score in Deutschland. „Viele Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, darunter auch zahlreiche Mitglieder des Lebensmittelverbands, nutzen den Nutri-Score bereits auf ihren Verpackungen oder haben angekündigt dies zukünftig zu tun“, so Hengstenberg weiter.

Nach der erfolgreichen Einführung muss der zugrundeliegende Algorithmus im nächsten Schritt an den notwendigen Stellen nachgebessert werden. Denn der Nutri-Score ist nicht perfekt: „Nicht selten führt der derzeitige Algorithmus zu Ergebnissen, die wichtige Aspekte einer ausgewogenen Ernährung nicht ausreichend berücksichtigen. Gerade, wenn man ihn auf unterschiedlich zusammengesetzte Lebensmittel anwendet, kommen zum Teil paradoxe Bewertungen heraus, die den gängigen Ernährungsempfehlungen widersprechen“, sagt Philipp Hengstenberg. „Deshalb ist unser Ansinnen, dass der Algorithmus an einigen Stellen nachjustiert wird. Das Ziel ist ausdrücklich nicht, die Bewertungsmethode zu verwässern, sondern sie zu verbessern.“

Der Lebensmittelverband fordert, dass in einem nächsten Schritt auf europäischer Ebene die erforderlichen Nachbesserungen an dem zugrundeliegenden Algorithmus in einem unabhängigen Expertengremium abgestimmt werden. „Am Ende muss ein harmonisiertes europäisches System der Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung stehen, in dem sich alle Länder wiederfinden können“, so Hengstenberg.

Was ist der Nutri-Score?

Die neue Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung verfolgt das Ziel den Vergleich von Produkten derselben Produktgruppe zu erleichtern. Der Nutri-Score trifft aber keine Aussage über die Qualität eines Lebensmittels und bietet keine Orientierung für eine ausgewogene Ernährung.

Nährwertkennzeichnung, Referenzmengen und Nutri-Score erklärt das Video des Lebensmittelverbands unter https://youtu.be/yqtwSWao3wA

Lebensmittelverband Deutschland e. V.

Der Lebensmittelverband Deutschland e. V. ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette „von Acker bis Teller“, aus Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Handel und Gastronomie an. Daneben gehören zu seinen Mitgliedern auch private Untersuchungslaboratorien, Anwaltskanzleien und Einzelpersonen.

Web: lebensmittelverband.de

Grünes Licht vom Parlament: Luftwaffe ersetzt veraltete Eurofighter durch eine moderne Version

Berlin (ots) Mit der heutigen parlamentarischen Entscheidung zur Ersatzbeschaffung beim Waffensystem Eurofighter mit der sogenannten Tranche 4 kann die Luftwaffe dieses Kampfflugzeug bis weit in die Mitte des Jahrhunderts in vollem Umfang einsetzen. Sie ist ein entscheidender Schritt, um die Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der NATO einzuhalten.

Kampfflugzeug Eurofighter 31+49 startet mit neuer Sonderfolierung zum Erstflug vom Fliegerhorst Nörvenich, am 06.05.2020.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, begrüßt den Beschluss des Bundestages: „Diese wichtige Entscheidung stärkt unsere Fähigkeiten in der Luftwaffe. Mit dem Ersatz der veralteten und reparaturanfälligen Tranche 1 erhöhen wir die Einsatzbereitschaft der Eurofighter-Flotte und damit unsere Verlässlichkeit im Bündnis.“

Die Eurofighter der ersten Generation sind seit 2004 im Betrieb. Sie stellen die Luftwaffe über die Jahre vor immer größere Herausforderungen. Die Technik kann nur mit hohem Aufwand einsatzbereit gehalten werden, teilweise gibt es Engpässe bei der Beschaffung von Ersatzteilen.

Mit dem heute entschiedenen Zulauf von insgesamt 38 Eurofightern der Tranche 4 erhält die Luftwaffe ein mehrrollenfähiges Luftfahrzeug, das – anders als die Tranche 1 – nicht nur gegen gegnerische Flugzeuge, sondern auch gegen Ziele am Boden eingesetzt werden kann. Zu beidem hat sich Deutschland gegenüber der NATO verpflichtet. Die neuen Kampfflugzeuge werden mit modernsten „Active Electronically Scanned Array“ (AESA) Radargeräten ausgerüstet sein. Damit macht die Luftwaffe auch bei der Digitalisierung einen gewaltigen technologischen Schritt.

Neben 34 Flugzeugen für den operationellen Flugbetrieb umfasst die Entscheidung auch vier sogenannte „instrumentierte“ Eurofighter. Mit diesen zu Testzwecken speziell ausgerüsteten Flugzeugen soll das Waffensystem in Kooperation mit der Rüstungsindustrie kontinuierlich weiterentwickelt werden. Zeitgleich zum Zulauf der Tranche 4 wird ein „Nationales Test- & Evaluierungszentrum Eurofighter“ geschaffen, in dem Luftwaffe, Beschaffungs- und Zulassungsorganisation der Bundeswehr sowie Industrie direkt zusammenarbeiten werden. In diesem Zentrum wird die Luftwaffe auch erstmals unmittelbaren Zugriff auf die instrumentierten Eurofighter haben – ein Quantensprung insbesondere für die Weiterentwicklung taktischer Verfahren.

Insgesamt folgt die nun beschlossene Beschaffung der Tranche 4 somit nicht nur betrieblichen Notwendigkeiten, sondern stellt einen Meilenstein für die Fähigkeiten und die Weiterentwicklung von Technik, Technologie und Verfahren in der Luftwaffe dar.

Website www.luftwaffe.de